Mosaik-Projekt "bunt statt grau" - detaillierter Ablauf

1. Vorbereitung

Hinweis: Im Vorfeld muss eine Erlaubnis bei der zuständigen Behörde (meist Bauamt) eingeholt werden.

  • WELCHE Wege dürfen oder können genutzt werden?
  • WER entfernt die Steine?
  • WIE verhält es sich wegen Unfallgefahr, wenn ein Stein entfernt wurde, in welchem Zeitraum müssen diese wieder eingesetzt werden?

Zunächst bedarf es einer Fläche oder auch Objekten, die mit Mosaiksteinen verschönert werden sollen. Es können beispielsweise auch Mosaike an Steinbänken im Quartier angebracht werden, wenn es keine gepflasterten Wege gibt.

Ist ein entsprechendes Objekt gefunden, müssen die jeweiligen Mosaikworkshops beworben werden. Dazu gehören die Ansprache der Menschen aus dem Stadtteil sowie das Erstellen von Flyern, eventuell auch Plakaten. Die Workshops können darüber hinaus über Social-Media-Kanäle beworben werden.

 
2. Aktivierung der Teilnehmenden

Der Vorteil an dem Kunsthandwerk Mosaik ist, dass es kein „zu alt“ oder „zu unbegabt“ gibt. Sowohl Kinder ab Grundschulalter als auch Senior_innen können Mosaike basteln und gestalten. Die Erstellung von Mosaiken kann in bestehende Angebote als Einmal-Aktion integriert werden oder es wird eine wöchentliche/monatliche Sitzung zum gemeinsamen Mosaik gestalten eingerichtet. Je nach bestehenden Strukturen muss abgewogen werden, wie möglichst viele Menschen erreicht werden können und welches Ziel damit verfolgt wird.

 
3. Durchführung/ Ablauf

Für den Basteltermin sollte ein_e erfahrene_r Akteur_in oder Künstler_in einbezogen werden, welche_r eine kurze Einführung in die Mosaikkunst sowie die Technik und die Bastelutensilien gibt.

Darüber hinaus muss im Vorfeld geklärt werden, wer die Pflastersteine aus einem bestehenden Weg entfernt und es müssen Platzhalter eingesetzt werden.

In der Vorbereitung müssen alle Materialien, wie die zu beklebenden Pflastersteine, die Glasscherben sowie Klebe- und Spachtelmasse in ausreichendem Maß besorgt werden. Zudem muss ein Raum mit Zugang zu Wasser und einem leicht zu reinigenden Boden zur Verfügung stehen. Die Steine können dann in Teamarbeit oder einzeln beklebt werden. Dann müssen sie noch verfugt werden und anschließend circa eine Woche trocknen, bevor sie wiedereingesetzt werden können.

 
4. Nachbereitung

Wenn die Steine getrocknet sind, können sie wieder in den bestehenden Weg eingesetzt werden. Hierfür sollte ein separater Termin angesetzt werden.

Im Anschluss daran kann z.B. ein Stadtteilspaziergang dafür sorgen, mehr Menschen für die Mosaikwerkstatt zu begeistern. Es ist daher sinnvoll, die Steine sukzessive auszutauschen, sodass die Bewohner_innen neugierig werden und bestenfalls auch Interesse an der Gestaltung eines Steins bekommen. Je mehr unterschiedliche Menschen sich am Mosaikprojekt beteiligen desto vielfältiger wird das Kunstwerk.

Zum Abschluss des Projekts, hat es sich als empfehlenswert erwiesen zu einem Stadtteilspaziergang mit den Bewohner_innen des Quartiers und Politik sowie der Verwaltung einzuladen. Dadurch können mehr Menschen aktiviert und der Rückhalt in Politik und Verwaltung gestärkt werden.

 
5. Intendierte Wirkung

Die Umsetzung eines zielgruppenübergreifenden partizipativen Mosaikprojektes im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Gemeinwesenarbeit und des Quartiersmanagement ist besonders in Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf sinnvoll. Das Projekt trägt zu einer besseren Vernetzung und Kennenlernen der Menschen im Stadtteil untereinander und zu einer stärkeren Identifikation mit dem Quartier bzw. des Stadtteils bei. Da es bei dem Erstellen der Mosaike kein Richtig und kein Falsch gibt, ist jeder Stein, der gefertigt wird, richtig und gut. Die Teilnehmenden können dadurch Selbstwirksamkeit erfahren und stolz auf ihr Objekt sein. Durch den gemeinsamen Schaffensprozess wird ein nachhaltiges Projekt geschaffen, welches das Wir-Gefühl stärkt und auch anderen (zunächst) Nicht-Beteiligten bei Spaziergängen jederzeit unabhängig von Öffnungszeiten präsentiert werden kann. Durch die Kunstobjekte kommt es zu einer optischen Aufwertung des Quartiers, welche auch zu einer innerlichen, gefühlten Aufwertung bei den Menschen im Stadtteil führen und der Stigmatisierung entgegenwirken kann.

 
6. Ansprechperson

Stadtteilbüro Ostend/Ziehers Süd
Gallasiniring 30

Bürgerzentrum Ziehers Süd
Dingelstedtstr. 12
36043 Fulda

Tel.: 0661 102 32 90
E-Mail: adriana.oliveira@fulda.de