Landesbewohner:innentreffen 2026
am 20. Juni 2026 in Marburg WaldtalZum jährlich stattfindenden Landesbewohner:innentreffen des Zentrums Sozialer Zusammenhalt kamen am Samstag, den 20.06.2026, siebzig engagierte Quartiersbewohner:innen aus fünf hessischen Quartieren im neuen Nachbarschaftszentrum in Marburg-Waldtal zusammen. Fröhliches Stimmengewirr von Erwachsenen und Kindern erfüllte den Raum und sorgte von Beginn an für eine lebendige Atmosphäre.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Bürgermeisterin Nadine Bernshausen eröffneten Mirjam Roth und Leonie Schütt vom Zentrum Sozialer Zusammenhalt das Treffen. Anschließend stellten verschiedene Bewohner:innen und Mitarbeitende den gastgebenden Standort anschaulich vor. Danach konnten die Teilnehmenden aus sechs Workshops wählen. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Fast alle Workshops wurden von engagierten Bewohner:innen aus Marburg-Waldtal selbst angeboten.
Workshop 1: Mini-Inputs – kurz, alltagsnah, wirksam
Der Workshop stellte das Konzept der Mini-Inputs vor. Dabei handelt es sich um kurze, verständliche Informationsimpulse zu verschiedenen Alltagsthemen. Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie Mini-Inputs den Austausch fördern und Wissen niedrigschwellig vermitteln können.
Workshop 2: Waldtalgemeinde und Stadtteilbudget-Jury
Die Waldtalgemeinde und die Stadtteilbudget-Jury gaben Einblicke in ihre Arbeit und berichteten von ihren bisherigen Aktivitäten. Vorgestellt wurden unter anderem die Pflanzaktionen im Stadtteil sowie Projekte, die durch das Stadtteilbudget ermöglicht wurden, darunter die Kippster- und Taschenaschenbecher-Aktionen. Der Workshop bot Raum für den Austausch über die vielfältigen Möglichkeiten, aber auch die Herausforderungen bürgerschaftlichen Engagements.
Workshop 3: Ist das Kunst oder kann das weg?
Im Mittelpunkt dieses Workshops standen Kunst und Kultur als wichtige Bestandteile des Stadtteillebens. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen zu bestehenden Projekten aus und diskutierten unterschiedliche Methoden der Kunstvermittlung als Motor für Begegnung und Austausch. Zum Abschluss konnten alle in einer kleinen Praxiseinheit mit Acrylfarben selbst kreativ werden.
Workshop 4: Meine/Unsere Siedlung: Geschichte und Geschichten
Dieser Workshop widmete sich verschiedenen Methoden der Archivarbeit. Die Teilnehmenden erhielten Anregungen, wie sie Materialien aus ihrem Stadtteil finden und nutzen können und wie sich mit Fotos, Dokumenten und anderen Quellen Geschichten anschaulich erzählen und für kommende Generationen bewahren lassen.
Workshop 5: Kuchen backen mit Liebe
Hier wurde ein besonderes Rezept ausprobiert: Erdbeermuffins mit Spinat und Sahne-Topping. In entspannter Atmosphäre wurde gemeinsam gebacken, erzählt und gelacht. Die liebevoll dekorierten Muffins fanden großen Anklang und das außergewöhnliche Rezept begeisterte viele Teilnehmende.
Workshop 6: Stadtteilwerkstatt – handwerklich und kreativ Schlüsselanhänger herstellen
In der neuen Werkstatt des Nachbarschaftszentrums entstanden innerhalb kurzer Zeit zahlreiche individuelle Schlüsselanhänger aus Holz. Dabei lernten die Teilnehmenden nicht nur die Werkstatt, sondern auch einander besser kennen.
Zum Mittagessen erwarteten die Gäste verschiedene Köstlichkeiten eines lokalen Caterers. Frisch gestärkt ging es anschließend trotz der sommerlichen Hitze auf die unterschiedlichen Stadtteilspaziergänge. Glücklicherweise führte der Weg durch viele schattige Bereiche des Quartiers. Alternativ konnten Interessierte an einer Führung durch das neue Nachbarschaftszentrum teilnehmen.
Das neue Stadtteilzentrum ist architektonisch etwas Besonderes: Es wurde in den Hang hineingebaut und bietet auf rund 2.000 Quadratmetern Platz für zahlreiche Initiativen aus dem Stadtteil. Neben einem Kinderhaus und einem Jugendclub verfügt es über Veranstaltungsräume, einen Cafébereich, eine Werkstatt, Beratungsräume sowie ein großzügiges Foyer für Ausstellungen und Konzerte. Das Gebäude ist hell, freundlich und auf allen Ebenen barrierefrei gestaltet. Ein Mosaik, das gemeinsam mit Bewohner:innen des Stadtteils entstanden ist, schmückt den Treppenaufgang und macht das Engagement der vielen Beteiligten sichtbar.
Die Stadtteilspaziergänge wurden von Expert:innen zu unterschiedlichen Themen geleitet. So konnten die Teilnehmenden selbst entscheiden, mit welchem Schwerpunkt sie Marburg-Waldtal kennenlernen wollten.
Der Tag klang in entspannter Atmosphäre aus. Bei einem letzten Austausch wurden Kontakte vertieft, neue Ideen entwickelt und Erfahrungen geteilt, bevor sich alle wieder auf den Heimweg machten. Sicher nahmen viele Teilnehmende schöne Erinnerungen, neue Begegnungen und zahlreiche Anregungen mit zurück in ihre Quartiere.