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Buchprojekt – Ein Buch fürs Quartier

Nachbarschaftliches Miteinander
Alle Bewohner_innen des Stadtteils/Quartiers
Die Redaktionsgruppe sollte nicht zu groß sein, um einen guten Arbeits- und Austauschprozess zu gewährleisten. Ebenfalls ist eine klare Aufgabenverteilung essentiell. Grundsätzlich sollte jeder interessierten Person die Partizipation ermöglicht werden, wobei eine ressourcenorientierte Vorgehensweise notwendig ist, da unabhängig von der Redaktionsgruppe viele Talente der Menschen aus dem Stadtteil in ein Buchprojekt einfließen können (Fotografieren, Zeichnen, Texten, Dichten, etc.).
  • Interviews, die im Buch erscheinen, sollten vor der Veröffentlichung immer mit den Interviewpartner_innen abgestimmt werden
  • Vor dem Buchdruck sollte ein qualifiziertes Lektorat erfolgen
  • Die abschließende Öffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des Buches sollte nicht unterschätzt werden
Finanzielle Ressourcen für Layout und Druck des Buches; ggf. können im Nachhinein Spenden, zur Refinanzierung des Projektes beitragen

Mindestens eine Zeitspanne von einem halben Jahr, da ein Buch zu erarbeiten und zu verfassen eine zeitaufwendige Methode ist.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an: 

Martina Reuter-Becker

Quartiersmanagement
Sozialer Zusammenhalt
Dalheim / Altenberger Straße

E-Mail: soziale-stadt@caritas-wetzlar-lde.de

 

Kurzbeschreibung

Ein Buch für und aus dem Quartier zu erstellen, eignet sich sehr gut um die Identifikation der Menschen mit ihrem Quartier zu steigern, und gleichzeitig das Quartiersimage zu verbessern.

Das Thema des Buchs aus dem Quartier kann sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel können die Menschen aus dem Quartier im Fokus stehen oder die Geschichte des Quartiers dargestellt werden. Wichtig ist, dass der ganze Prozess und insbesondere die Themenfindung partizipativ gestaltet wird. Im besten Fall greift man schon mit dem Vorschlag, ein Buch für das Quartier zu schreiben, Bedarfe auf, die von Personen aus dem Quartier geäußert werden.

So sollte auch der Inhalt des Buches aus dem Quartier für das Quartier kommen. Es wird eine Redaktionsgruppe von interessierten Menschen aus dem Quartier initiiert, welche den Inhalt des Buches möglichst selbstständig gestaltet und diesen z.B. aus Interviews, Bildern, Fotos sowie weiteren Beiträgen zusammenstellt. Die Redaktionsgruppe sollte eng durch eine/n hauptamtliche/n Mitarbeitende/n aus der Stadtteilarbeit begleitet werden.

Zur Bekanntmachung des fertigen Buches bieten sich Lesungen, z.B. in Form von Leseabenden im Quartier, auf anderen öffentlichen Veranstaltungen oder im lokalen Radiosender an. Parallel dazu könnten Auszüge aus dem Buch in der lokalen Presse veröffentlicht werden.

 

Detailierter Ablauf

1. Vorbereitung

Die Erstellung eines Stadteilbuches ist eine zeitaufwendige Methode. Im Voraus sollte ein Konsens aller Beteiligten darüber bestehen, was mit dem Verfassen eines Buches erreicht und wer mit dem Buch angesprochen werden soll. Inhaltlich kann beispielsweise auf Besonderheiten im Quartier aufmerksam gemacht oder Bewohner_innen und ihre Geschichten vorgestellt werden.
Wichtig ist, dass vorab die Finanzierung des Projektes sichergestellt ist. So müssen zur Finanzierung des Projektes evtl. Sponsoren gefunden werden. Auch der Verkauf von Werbeanzeigen im Buch an Vertreter_innen der lokalen Ökonomie aus dem Quartier oder andere Kooperationspartner_innen bietet sich an, um das Buchprojekt zu finanzieren. Aus diesem Grund sollte schon frühzeitig ein Kosten- und Finanzierungsplan erstellt werden. Dieser sollte u.a. eventuelle Honorare oder Aufwandsentschädigungen für die Verfasser_innen sowie Layout- und Druckkosten berücksichtigen. Es ist wichtig, vorab zu kalkulieren welche Stückzahl in der ersten Auflage gedruckt werden soll. Erfahrungswerte zeigen, dass sich für die erste Auflage eine Anzahl von ca. 300 gedruckten Exemplaren empfiehlt. Je nach Angebot der Druckerei und Größe des Quartiers kann auch über eine höhere Stückzahl nachgedacht werden.

 

2. Aktivierung der Teilnehmenden

Für die Aktivierung der Teilnehmenden bietet sich ein ressourcenorientierter Blick auf das Quartier und seine Menschen an. Ein Buchprojekt eignet sich sehr gut um unbekannte Talente der Menschen aus dem Quartier zu erfahren und sichtbar zu machen. Hierfür sind persönliche Gespräche und Mund-zu-Mund-Propaganda durch Multiplikator_innen essentiell.
Ein Buchprojekt kann auch sehr gut mit der Methode eines Wettbewerbs gekoppelt werden. Zum Beispiel kann für den Titel des Buches oder einzelne Beiträge ein Wettbewerb mit kleineren Gewinnen oder Prämien ausgeschrieben werden.
Sollte das Buch Interviews enthalten, so müssen entsprechende Personen ausgewählt und Vorgespräche geführt werden. Im Buch erscheinende Fotomotive müssen ausgewählt, fotografiert und deren Platzierung im Buch bestimmt werden. Wichtig ist, die Interviews vor dem Druck mit den jeweiligen Interviewpartner_innen rückzukoppeln, um eine Freigabe zu bekommen und Falschinterpretationen zu vermeiden. Das Gleiche gilt für die Veröffentlichung der Fotos wobei der/die Urheber_in unbedingt genannt werden sollte.

 

3. Durchführung und Ablauf

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen worden sind, kann das Erstellen des Buches beginnen. Während dieser Zeit sollte ein kontinuierlicher Austausch zwischen Verfasser_innen/Redaktionsgruppe und den/der begleitenden hauptamtlichen Mitarbeitenden der Stadtteilarbeit bestehen.
Diese/r sollte zeitgleich im Hintergrund weitere wichtige Absprachen und Entscheidungen koordinieren. Angebote für Druck und eventuell Layout müssen eingeholt werden und eine Druckerei ausgewählt werden.
Um einer breiten Öffentlichkeit ein Buch bekannt zu machen, sollte dieses im Rahmen einer öffentlichen Feier mit Vertreter_innen der Politik sowie der Bewohner_innenschaft vorgestellt und entsprechende Werbung an zentralen Punkten im Quartier platziert werden.

 

4. Nachbereitung

Ist das Buch dann endlich erschienen, gilt es dieses bekannt zu machen und eventuell gegen Spenden zu vertreiben. Es kann eine ganze Veranstaltungsreihe rund um das Buch im Quartier geplant werden, in der zum Beispiel die einzelnen Verfasser_innen ihre Beiträge vorstellen und für Rückfragen zur Verfügung stehen. Auch eine Lesung auf anderen Veranstaltungen im Quartier oder im lokalen Radiosender bieten sich an, um das Buch bekannt zu machen und gleichzeitig zur Verbesserung des Quartiersimages beizutragen. Um auf das Buch aufmerksam zu machen, können auch Auszüge in der lokalen Presse veröffentlicht werden.

 

5. Rolle der/des hauptamtlichen Mitarbeitenden der Stadtteilarbeit

Die/der hauptamtliche Mitarbeitende der Stadtteilarbeit muss alle anfallenden Schritte organisieren und koordinieren, engen Kontakt zu den Verfasser_innen und/oder der Redaktionsgruppe halten, eventuelle Interviewpartner_innen suchen und entsprechende Vorgespräche führen. Eine Druckerei auswählen, Kostenvoranschläge anfordern, den Finanzplan erstellen und kontrollieren, sich um Vorwörter und das Layout kümmern. Die Buchpräsentation vorbereiten, Werbung schalten, Sponsoren suchen und Vertriebswege klären (alles sofern es keine andere am Projekt beteiligte Person gibt, die dahingehende Kontakte und/oder Knowhow hat).

 

6. Intendierte Wirkung

Das Verfassen eines Buches im Rahmen der Gemeinwesenarbeit, des Quartiersmanagements oder der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kann insbesondere in Quartieren mit besonderen Entwicklungsbedarfen dazu beitragen, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. Zudem können Buchprojekte zu einer nachhaltigen positiven Wirkung innerhalb und außerhalb des Quartiers beitragen, beispielsweise auf das Quartiersimage und das WIR-Gefühl im Quartier.
Die Wirkung eines Buchprojekts ist dabei u.a. abhängig von der inhaltlichen Ausgestaltung des Buches.
Buchprojekte können u.a. dazu beitragen

  • Teilhabe zu fördern,
  • Gemeinschaft im Quartier zu stärken,
  • Stigmatisierung abzubauen,
  • Themen auf die politische Agenda zu setzen,
  • Probleme im Quartier zu identifizieren oder auf diese aufmerksam zu machen,
  • Integration zu fördern,
  • Selbstwirksamkeit zu stärken,
  • das Image des Quartiers verbessern,
  • die Lebens- und Fluchtgeschichten öffentlich zu machen, individuelle Schicksale zu erzählen, das vermeintlich Fremde besser zu verständlich zu machen und das Verständnis unter verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.

 

7. Ansprechperson

Martina Reuter-Becker
Quartiersmanagement
Sozialer Zusammenhalt
Dalheim / Altenberger Straße
soziale-stadt@caritas-wetzlar-lde.de

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