Frauenzentraltagung "Unsichtbar war gestern"
am 05. September 2026 in WiesbadenAm 5. September 2026 kamen Frauen aus hessischen Quartieren in der Jugendherberge Wiesbaden zur diesjährigen Frauenzentraltagung zusammen. Unter dem Motto „Unsichtbar war gestern – Frauen in hessischen Quartieren nehmen sich ihren Raum“ ging es um Sichtbarkeit, Selbstwirksamkeit, politische Teilhabe und die Kraft gemeinschaftlichen Engagements.
Auch wenn die Tagung in diesem Jahr leider nur eintägig stattfinden konnte, war die Motivation ungebrochen. Die Nachfrage war sogar so groß, dass mehr Frauen teilnehmen wollten, als Plätze zur Verfügung standen.
Fünf Workshops, viele Perspektiven
Im Mittelpunkt standen fünf Workshops, die das Tagungsthema auf ganz unterschiedliche Weise aufgriffen:
Starke Frauen im Quartier – Ich bin mehr als nur …!
Wie werden Frauen im Quartier sichtbar? In diesem Workshop entwickelten die Teilnehmerinnen kreative Ideen und probierten direkt aus, wie sie ihre Stärken und Anliegen öffentlich zeigen können. Dabei entstanden unter anderem Ideen für „Frau des Monats“-Porträts und Beiträge für Quartierszeitungen.
Frauenzimmer – Raum für Austausch, Stärke und Mitgestaltung
Hier ging es um das, was Frauen im Alltag oft unsichtbar leisten: Familienarbeit, Mental Load und das Bewältigen schwieriger Lebenslagen. Im gemeinsamen Austausch wurden Belastungen sichtbar gemacht, persönliche Stärken entdeckt und die Bedeutung von Frauenräumen für Selbstwirksamkeit und Vernetzung herausgearbeitet.
Sichtbar im Quartier: Frauen bewegen den öffentlichen Raum
Mit traditionellen Kreistänzen, Bewegung und kreativen Methoden erlebten die Teilnehmerinnen Gemeinschaft und Ausdruckskraft. Sie entwickelten Botschaften und Visionen für Quartiere, in denen Frauen sichtbar sind, ihre Stimmen gehört werden und den öffentlichen Raum mitgestalten.
Lebenswichtig, aber unsichtbar? – Sorgearbeit sichtbar machen!
Kinder betreuen, Angehörige versorgen, den Haushalt organisieren und Beziehungen pflegen: Sorgearbeit ist unverzichtbar, wird aber häufig nicht als Arbeit wahrgenommen. Die Teilnehmerinnen tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und gestalteten kreative Beiträge zur Sichtbarkeit und gerechteren Verteilung dieser Arbeit.
Meine Werte – Mein Weg zur Mitgestaltung
Welche Werte leiten mich? Und wie kann aus persönlicher Überzeugung gesellschaftliches Engagement entstehen? Anhand von Erfahrungen aus der Kommunalpolitik und dem Ausländerbeirat beschäftigten sich die Frauen mit demokratischer Beteiligung, insbesondere für Migrantinnen. Rollenspiele und ein kreativer „Baum der Mitgestaltung“ machten Handlungsmöglichkeiten sichtbar.
Gemeinsam sichtbar werden
Die Workshops zeigten, wie vielfältig Frauen ihre Anliegen zum Ausdruck bringen können: im Gespräch, in Bewegung, durch Kunst und durch politisches Engagement. Es entstanden Protestplakate für Demonstrationen, kreative Plakate zur „Frau des Monats“ und weitere Ideen, die auch in den Quartieren eingesetzt werden können.
Die Tagung war ermutigend und stärkend. Frauen aus unterschiedlichen Quartieren kamen zusammen, teilten Erfahrungen und entwickelten neue Impulse für ihr Engagement vor Ort. Die gemeinsame Zeit an einem ganzen Wochenende hätte diesen Austausch sicherlich noch vertieft – umso wichtiger war es, in diesem Jahr gemeinsam ein Zeichen zu setzen.
Wir sind da. Wir haben etwas zu sagen. Und wir nehmen uns unseren Raum!
Die Frauenzentraltagung soll auch künftig ein verlässlicher Ort für Begegnung, politische Bildung, Empowerment und Vernetzung von Frauen aus hessischen Quartieren bleiben.
Den Flyer mit Infos und dem Programm findet ihr hier.